Km 0 – Inicio
Wir verlassen die für ihre “Mantecadas“ (Butter-Kleingebäck) bekannte Stadt, über die “San
Pedro“- Straβe in Richtung Castrillo de Polvazares über die ”Calle de los Mártires“. Nach
der ”Ermita del Ecce Homo“, müssen wir die A-6 anhand einer Überführung überqueren, um
einen der LE-142 parallelen Pfad zu nehmen, der uns an unser Ziel führen wird: Murias de
Rechivaldo.
Wir durqueren diese Ortschaft am Fluss Jerga über eine Seitenstraβe, in der wir einige der
typischen Speisen der Gegend probieren können, wie der ”Cocido Maragato“ (deftiges Gericht
mit Schweinefleisch verschiedener Art) oder die ”Hojaldres con Crema“ (Blätterteig-
Gebäck). Wir nehmen erneut den Weg in Richtung Santa Catalina de Somoza auf, und können
eine halbe Stunde später bereits den Umriss von Castrillo de Polvazaras erahnen. Diese
Ortschaft befindet sich nicht auf der Jakobus- Route, ist aber nur einen Kilometer weit
entfernt; weshalb viele Pilger entscheiden sie zu besuchen und die “Maragata“- Architektur
in ihrer ganzen Pracht zu genieβen. Ihre Bewohner waren traditionell ”Maragatos Arrieros“
(Maultiertreiber), die ihre strategische Lage ausnutzten: Die Verbindung Galiziens mit dem
Rest der Halbinsel erleichterte den Warentransport zwischen beiden Gebieten. Hauptsächlich
wurde gesalzener Fisch von der Küste ins Innenland, und ungekehrt, Wurstwaren und andere
Trocken- Erzeugnisse von dort aus in die Küstengebiete transportiert. Entscheiden wir uns,
diesen Ort zu besuchen, gelangen wir dorthin, indem wir parallel der LE-142 gehen. Um ihn
später zu verlassen, nehmen wir erneut den Weg, der nach Santa Catalina de Somoza führt.
Wir folgen der prinzipiellen Route die Landstraβe entlang, und können uns von hier aus
bereits eine Vorstellung des Aufstiegs machen, der uns bevorstehet: Der Hang macht sich
fast unbemerkbar, da er erfreulicherweise nicht sehr steil ist. Wir kommen an einem
Rastplatz vorbei und müssen dann Acht geben, da der Weg sich gabelt. Wir nehmen von den
dreien den rechten Pfad, über den wir nach Santa Catalina de Somoza gelangen; Ortschaft,
die ebenfalls der Maragata- Tradition anhängt. Wir durchqueren diese über die ”Calle
Real“, entlang der wir einige Lokale finden, um uns wieder der Landstraβe zuzuwenden.
Nachdem wir einige schattenlosen Kilometer gewandert sind, gelangen wir an eine Skultur,
die einer verstorbenen Pilgerin gewidmet ist; diese zeigt uns den Weg (etwas später nach
rechts) in die nächste Ortschaft an: El Ganso.
In einer mit Eichen und “Palloza-“ähnlichen (Stroh- bedachten) Häusern bestückten
Landschaft, wird die Gaststätte namens ”Cowboy“ uns wahrscheinlich überraschen. Es handelt
sich um ein kurioses Lokal, wo wir etwas essen und trinken können, bevor wir den Marsch
nach Rabanal wieder aufnehmen.
Wir biegen umgehend nach links ab und kommen an einer dem Apostel Jakobus gewidmeten
Kirche vorbei, um erneut den monotonen, leicht ansteigenden Pfad parallel der Landstraβe
aufzunehmen. Vorbei an der Abzweigung nach Rabanal Viejo un dem Bach ”De las Reguerinas”,
wandern wir zwischen Eichen weiter aufwärts. Ein von den tausenden von Pilgern, die sich
für diese Route entscheiden, dekorierter Zaun weist uns darauf hin, dass wir uns auf “dem
rechten Weg“ befinden.
Wir wandern erneut über Asphalt, um nach Rabanal del Camino zu gelangen, und nehmen nach
rechts die “Calle Real“ dieser Ortschaft. Sie wurde als Endpunk der neunten Etappe
verstanden, wie bereits der “Códice Calixtino“ beschreibt; Grund aus dem hier verschiedene
Pilger -Hospitale und Unterkünfte zu finden waren. Auch heutzutage weist dieser Ort
mehrere Herbergen und auf den Jakobsweg ausgerichtete Lokale und Geschäfte auf. Ebenfalls
vorzuheben ist die kleine aber interessante Pfarr- Kirche, die dem Tempelritter- Orden
angehörte.
Wir begeben uns jetzt in das Randgebiet, und nehmen an einem rustikalen Waschplatz einen
erdigen Pfad, um nach einem kurzem Anstieg wieder auf den Asphalt zu stoβen. An dieser
Stelle müssen wir ihn nur überqueren, denn unsere letzen Meter werden wir über Erde
marschieren. Diesmal ist der Weg etwas breiter und bequemer für den Marsch. Aber er
erweckt das Gefühl, die Flache Landschaft Kastiliens fortgehend hinter uns zu lassen: wir
nähern uns den Bergen des Bierzo. Nach einem kurzen Abstieg, der uns an die Landstraβe
führt, erreichen wir den „Collado de Foncebadón“ (Hügel); der bis zum Ende des XX.
Jahrhunderts praktisch verlassen war. Dem Jakobsweg haben wir zu verdanken, dass hier
erneut einige Lokale eröffnet wurden. Vor Jahrhunderten hatte diese Ortschaft aufgrund der
Existenz eines Klosters seine Bedeutung, die aber mit der Zeit verloren ging, als die
Einwohner es allmählich aufgaben. Es wohnen heute weniger als zehn Personen in diesem Ort.
Lokale Informationen
Polizei, medizinische Versorgung, Sehenswürdigkeiten, Restaurants…