Km 0 – Inicio
Die „Rúa Maior“ von Sarria begrüßt uns schon sehr früh, um unserer Etappe freien Start zu
geben: Für viele ist dieser der Kilometer eins ihres Abenteuers. Wir nehemen den Weg auf
und kommen am ehemaligen Gefängnis vorbei, das vor vielen Jahren in eine provisorische
Herberge umgewandelt wurde, und jetzt geschlossen ist. So erreichen wir den Aussichtspunkt
der Stadt, wo uns ein Steinkreuz von dieser der Provinz Lugo angehörenden Stadt
verabschiedet, und uns gleichzeitug alle uns bevorstehenden Schätze dieser Etappe
eröffnet. Beweis dafür ist auch die ummauerte Festung, die wir zu unserer linken Seite
sehen können, während wir unseren Weg bergab in Richtung des „Magdalena“- Klosters
fortsetzen; obwohl wir nicht direkt dorthin gelangen werden, da wir einige Meter vorher
links abbiegen -und an einer Friedhofsmauer entlang- einem Weg folgen müssen, der uns zur
mittelalterlichen „Áspero“- Brücke führt. Diese erlaubt uns den Fluss Celeriro zu
überqueren und unseren Weg fortzusetzen.
Auf der anderen Seite erwartet uns ein Stück Land, das parallel zu einem Bahngleis
verläuft. Dieses müssen wir anhand einer korrekt ausgeschilderten Passage überqueren, die
uns keinerlei Gefahr aussetzt. Danach überqueren wir einen kleinen Bach über einen
hölzernen Steg, um auf den schwierigsten Hang der Tagesroute zu stoßen. Der beeindruckende
Eichenwald, der uns bei unserem Spaziergang begleitet, macht uns diesen angenehmer und
wird uns nach As Paredes führen; wo sich ein „Castro“ (keltische Ansiedlung)
vorromanischen Ursprungs verbirgt. Nach dieser wundervollen Enklave gelangen wir später an
den Ort Vilei, wo wir eine Vielzahl an Dienstleistungen für alles, was wir benötigen
könnten, finden werden. Ansonsten können wir uns beim verlassen des Dorfes entspannen, wo
wir eine natürliche Quelle und einen Ort zur Erholung finden, um neue Kräfte zu schöpfen.
Wir wandern jetzt in Richtung Barbadelo, wo die Kirche zu Ehren des Apostels Jakobus aus
romanischer Epoche, und ihr imposanter Friedhof ein obligatorischer Halt sind; selbst wenn
es bedeutet, einige Meter von der Route abzuweichen. Wir lassen den Ort und seine
öffentliche Herberge auf der rechten Seite hinter uns (obwohl sich an dieser Stelle zwei
kleine Abzweigungen ergeben, die sich nur wenige Meter weiter wieder zusammenfinden); der
Weg führt uns in die Ortscheft Rente und dann nach Mercado da Serra, die aufgrund des
Marktes, der im Mittelalter an diesem Ort stattfand, unter diesem Namen bekannt ist. An
dieser Stelle überqueren wir die Außerortsstraße LU-5709 und geben auf die Hinweise Acht,
um uns nicht zu verlaufen oder in die Falle der Händler zu geraten, die uns in ihre
Geschäfte locken wollen. Unter einer schützenden Baumkuppel wandern wir bis zu einem
Brunnen, der vom berühmten „Pelegrín“, dem Maskottchen des Jakobinischen Jahres 1993,
geschmückt wird. So marschieren wir weiter und lassen die „Marzán“- Mühle hinter uns;
biegen dann rechts ab und gelangen an einen kleinen Bach, den wir anhand eines mit
Steinplatten eingerichteten Steges überqueren.
Wieder werden wir eine Landstraße überqueren, diesmal die LU-633, um an die Orte Leiman
und Peruscallo zu kommen, wo wir typische, hölzerne Getreidespeicher (hórreos) sehen
können, die ebenfalls die Wurzeln des tiefen Galiciens bewahren. Der Weg führt uns jetzt
nach Cortiñas- mit der unschätzbaren Gesellschaft der Eichen, die uns bis nach Lavandeira
weiterhin begleiten werden. Von Steinmauern umgeben und bereits auf asphaltiertem Weg
erreichen wir den Ort Brea; wo wir zunächst einen Meilenstein mit dem Hinweis finden, dass
genau 100 Kilometer bis Santiago verbleiben. Es handelt sich dabei aber um einen falschen
Wegweiser: der „echte“ befindet sich einige Meter weiter, leicht erkennbar an der großen
Anzahl an Graffiti und seiner „Steinkrone“ als Symbol der Buße und Andenken des
Jakobsweges. Es ist einer der emblematischsten Meilensteine, da er den Mindestabstand von
Santiago angibt, um die „Compostela“ erhalten zu können, wenn wir den französischen Weg zu
Fuß machen.
Wir setzen den Weg fort, der uns nach Morgade mit seiner Quelle des Teufels und der
Dreifaltigkeitskapelle führt; wo es Tradition ist, Notizen mit der bisherigen Erfahrung
auf dieser Pilgerschaft zu hinterlassen. Wir gehen über einen kleinen Abhang einem Bach
zu, den wir mit Hilfe von Granitplatten bewältigen werden, und erreichen so Ferreiros: den
Ort, der uns in der Gemeinde Paradela willkommen heißt. Wir folgen dem asphaltierten Weg
bergab nach Mirallos, wo wir ein weiteres Wunderwerk der Romanik finden werden: die „Santa
María“- Kirche. Es ist wieder Zeit eines leichten Aufstiegs; über den asphaltierten Weg
gelangen wir an den Ort A Pena, den wir wiederum hinter uns lassen, um weiter nach O Couto
und Rozas zu wandern. Hier gehen wir wieder in einen von Eichen und Kiefern geschützten
Pfad über. Nach wenigen Metern finden wir eine Kreuzung, an der wir nach links abbiegen
müssen, um Moimentos, Mercadoiro und Moutrás zu erreichen. Der Weg entlang dieser Orte
stellt keinerlei Schwierigkeit dar. Es wird uns allerdings ein Holzkreuz ins Auge fallen,
das die Pilger mit allen möglichen Dingen geschmückt haben; wie z.B. ausgesprochene und
nicht ausgesprochene Versprechen, gute Vorsätze für ein neues Leben oder Andenken an ihr
eigenes Abenteuer.
Wir gehen den Abstieg nach Portomarín an, und treffen dabei zuerst auf die Gemeinden
Parrocha und Vilachá. Beide bringen uns über unseren Abstieg dem Fluss Miño nahe, und
laden uns ein, die Brücke zu überqueren, die uns im Dorf willkommen heißt. Durch einen der
Bögen der mittelalterlichen Brücke betreten wir die Ortschaft, und kommen am Virtuellen
Pilger- Informationszentrum vorbei; von dort aus führt uns die Pilgerstraße selbst in die
Dorfmitte, wo wir unsere Etappe abschließen.
Lokale Informationen
Polizei, medizinische Versorgung, Sehenswürdigkeiten, Restaurants…