Km 0 – Inicio
Es sind nur noch 94 Kilometer bis Santiago und wir verabschieden uns von Portomarín, indem
wir der Sankt Nikolaus- Kirche, die uns zur „Avenida de Chantada“ führt, auf Wiedersehen
sagen. Nachdem wir den Nebenfluss des Miño, den die Einheimischen als „Rego das Torres“
bezeichnen, über einen Laufgang überquert haben, werden wir den Hang des „Monte San
Antonio“ hinaufsteigen. Jedoch nur einen Kilometer später beginnen wir, von Bäumen hoher
Gipfel und ausgedehnten Wiesen umgeben, wieder herabzusteigen- bis wir an den Randstreifen
der Kreisstraße gelangen. An der Kreuzung von San Mamede und Velade angekommen, setzen wir
die Route entlang des Weges fort, der direkt neben der Straße verläuft. Sobald wir die
Ziegelei erreichen, die wir einige Meter weiter vorn finden, müssen wir an dieser Stelle
die Kreisstraße überqueren, um weiterhin demselben Weg zu folgen.
Obwohl dies nicht die einzige Gelegenheit sein wird, in der wir die Straße überqueren
müssen; In den nächsten acht Kilometern, die wir parallel zu ihr wandern, werden wir
mehrmals Signalisierung finden, die uns darauf hinweist, erneut die Bahn zu kreuzen; dabei
sollten wir allerdings immer die nötige Vorsicht walten lassen. Wir sind in Toxibo
angekommen, einem kleinen Bevölkerungskern, der uns mit einem imposanten „Hórreo“
(typischer Getreidespeicher) aus Stein und Holz empfängt. Wir setzen den Marsch nahe der
Straße fort, obwohl die Kiefern sie manchmal kaum bemerkbar machen, und gelangen so an
einen Picknick- Platz, an dem wir uns erholen und Kräfte schöpfen können. Ebenfalls können
wir unsere Feldflasche am Brunnen seiner natürlichen Wasserquelle füllen. Anschließend
gehen wir der Gemeinde Gonzar zu, wo sich die „Santa María“- Kirche befindet: das erste
große Monument unserer Etappe. Gonzar verfügt über eine öffentliche Herberge, vor der wir
auf unserer Route vorbeigehen werden. Sobald wir diese hinter uns gelassen haben, biegen
wir nach links in die asphaltierte Straße, die nach Castromaior führt, ein. Dieser Ort
verdankt seinen Namen der vorrömischen Siedlung, die sich hier befindet. In der
galicischen Sprache wird sie mit dem Wort „Castro“ bezeichnet; ein Ort, der -aufgrund
seines hohen kulturellen Interesses- für den Pilger einen obligatorischen Halt darstellt.
Neben dem Castro, ist auch die Kirche romanischen Ursprungs aus dem XII. Jahrhundert eine
weitere Sehenswürdigkeit dieser Gemeinde.
Wir gehen weiter bergauf, parallel zur Landstraße, und sehen links die Signalisierung, die
uns zum „Castro“ führt. Am Ende dieses steilen Abhangs und nachdem wir die Straße ein paar
Mal überquert haben, erwartet uns der Ort Hospital de Cruz. Er ist aufgrund des Pilger-
Krankenhauses, das sich einst hier befand, unter diesem Namen bekannt- von dem aber nicht
einmal die Ruinen verbleiben. Wir kennen seine Existenz nur anhand seiner Dokumentation in
alten Büchern.
Wir überqueren eine Brücke über die Nationalstraße, um die Ortschaft hinter uns zu lassen,
biegen links ab und gehen über einen schmalen Asphaltweg nach Vendas de Narón, der in der
Antike als Sala Regina bekannt war und einer der historischen Orte der französischen Route
ist .
Beim Verlassen diesen Ortes, finden wir eine kleine Kapelle in ausgezeichnetem
Erhaltungszustand, nachdem sie 2004 Sanierungsarbeiten unterzogen wurde. Wir setzen
unseren Marsch bergauf fort, ohne den Pfad zu verlassen, der uns an den Gipfel des
Ligonde- Gebirges führt. Dieses dividiert die Flussbecken des Miño und des Ulla auf
natürliche Weise, und ermöglicht uns einen außergewöhnlichen Panoramablick auf die gesamte
Umgebung. Nach der Krönung des Gipfels ist es Zeit für einen einfachen Abstieg, bei dem
wir Previsa hinter uns lassen, ein kleines Dorf, das uns in der Gemeinde Monterroso
willkommen heißt. Nur wenige Meter kontinuierlichen Abstiegs führen uns nach Os Lameiros,
wo die Sankt Markus- Kapelle und insbesondere ihr einzigartiges Weg- Kreuz (crucero), das
1670 zu Ehren der „Virgen de los Dolores“ (Jungfrau der Schmerzen) und des „Cristo
Crucificado“ (gekreuzigter Christus) -jeweils auf einer Seite des Kreuzes dargestellt-
errichtet wurde. Beide zeugen von der Schönheit des Ortes.
Wir setzen unseren Weg fort und kommen in Ligonde an, vorbei an einem alten Kreuz, welches
den Ort anzeigt, der einst einen Pilgerfriedhof beherbergte. Ligonde ist der Ort mit dem
größten Bevölkerungskern unserer derzeitigen Etappe, wo der gepflasterte Boden und ein
Hauch von Adel uns daran erinnern, dass dieser kleine Ort Zuflucht von Monarchen wie
Carlos I war, unmittelbar bevor er zum Kaiser ernannt wurde; oder Felipe II auf seinem Weg
Maria Tudor zur Ehefrau zu nehmen.
An diesem Punkt setzt sich der Weg auf einem der Nationalstraße weiter entfernten Pfad
fort, der zur Brücke führt, über die wie den Fluss Airexe überqueren. Dort befindet sich
die Kirche romanischen Ursprungs zu Ehren des Apostels Jakobus, die von einem steinernen
Weg- Kreuz (crucero) und dem alten Pfarrhaus, in dem der örtliche Priester lebte,
begleitet wird. Wir nehmen eine Abzweigung nach links, um den Ort zu verlassen, und nach
einem kleinen Abstieg gelangen wir an einen typischen Waschplatz, der im Laufe der Zeit an
Nutzung verlor. Danach steigen wir wieder eine kurze Strecke bergauf. Nach wenigen Metern
führt uns der Verlauf wieder abwärts in Richtung Portos, dem ersten der zur Gemeinde Palas
de Rei angehörenden Dörfer. Danach finden wir die Abzweigung nach Vilar de Donas, über die
wir die Route bis nach Lestedo fortsetzen; ein kleiner ländlicher Bevölkerungskern, in dem
wir ein antikes Pilger- Hospital finden. Dieses war später in ein Pfarrhaus umgewandelt
worden, ist jetzt aber ein Landhaus, das Pilger und andere Reisende beherbergt, und alle
Bequemlichkeiten -einschließlich einer Bibliothek- aufweist. Nachdem wir die Kirche von
Lestedo besucht haben, setzen wir die Etappe fort und durchqueren die Orte Os Valos und A
Mamurria bis wir A Brea erreichen: An dieser Stellle müssen wir den Pfad, der parallel zum
linken Rand der N-547 verläuft, nehmen. So gelangen wir nach O Rosario, dem letzten Dorf
auf der Strecke der heutigen Etappe, vor unserer Ankunft in Palas de Rei. O Rosario
verdankt seinen Namen der Pilger- Tradition, vor dem „Monte Sacro“ (heiliger Berg) zu
beten und Gott für eine Pilgerschaft ohne Zwischenfälle Dank zu sagen; auch so für die
Vorfreude, das Ziel dieses Abenteuers näher zu sehen.
Das Ende der Tagesroute steht bevor: Wir bemerken es daran, dass sich eine Vielzahl von
Pilgern vor dem Komplex „Os Chacotes“ in der Nähe der öffentlichen Herberge drängt; was
offiziell das Ende der Etappe anzeigt.
Lokale Informationen
Polizei, medizinische Versorgung, Sehenswürdigkeiten, Restaurants…