Km 0 – Inicio
Wir verlassen die geheimnisvolle Ortschaft Puente la Reina, vorbei an ihrem von den
Pilgern beliebtesten Denkmal: Ihre Brücke über den Fluss Arga. Jetzt biegen wir nach links
ab und nehmen Kurs auf den Stadtteil Zubiurrutia. Dieser ist auch als “der Stadtteil der
Nonnen” bekannt, da sich hier das Kloster der “Comendadoras del Espíritu Santo” befindet.
Wir gehen erneut dem Fluss entgegen, und werden so -heute an seinem rechten Ufer entlang-
den schwierigsten Teil der Strecke meistern. Nach einer Kläranlage, nehmen wir eine
Steigung in Richtung der Schnellstraβe A-12, die sogenannte “Autovía del Camino”. Über
einen Schotterweg gelangen wir anschlieβend nach Mañeru, einer dem Weinanbau gewidmeten
Ortschaft.
Wir wandern die “Calle medieval de la Esperanza” (mittelalterliche Straβe der Hoffnung) an
einem Wegkreuz des XVI. Jahrhunderts vorbei, und kommen so an den “De los Fueros”-Platz.
Diese kleine Ortschaft war während des Carlistischen Krieges ein strategischer Punkt, da
in ihrer Umgebung eine Vielzahl von Kämpfen stattgefunden hat. Heutzutage können wir die
Schönheit ihrer charakteristischen Sankt Petrus gewidmeten Kirche bewundern, die sich nahe
der “Plaza Mayor” befindet. Wir nehmen dann die “Calle Forzosa” und verlassen den
Stadtkern an dem Gemeindefriedhof vorbei; groβe Olivenbaum- und Getreidefelder und
Weinberge eröffnen sich unserer Sicht.
Nach einem angenehmen Spaziergang über drei Kilometer, erreichen wir die Anhöhe des Ortes
Cirauqui. Wir können seine mittelalterliche Struktur anhand der steilen Straβen und der
antiken Stadtmauer klar erkennen, letztere durqueren wir an einem ihrer Tore und begeben
uns so über die Straβe “Santa Catalina” in Richtung des Rathauses. Notwendigerweise müssen
wir nach rechts über eine Treppe ausweichen, um den romanischen Sankt Román- Tempel zu
erreichen, und sein großartiges Süd- Portal bewundern zu können (die Gleichartigkeit
vieler Details mit dem „San Pedro de la Rúa“ gewidmeten, in Estella und dem Jakobsportal
in Puente la Reina ist hervorzuheben). Das Innere dieser Kirche aus dem XII. Jahrhundert
kann leider nicht besucht werden, aber die Mühe lohnt sich aufgrund der äusserlichen
Schönheit ihrer Fassade in der das Eingangs- Portal inbegriffen ist.
Am Rathaus angekommen, können wir unsere Ausweise stempeln lassen oder um Information
bitten. Wir steigen zu dem herrlichen römischen Steinpfad herab, der uns entlang einer
langen Strecke des Weges dieser Etappe führen wird. Es sind original- Abschnitte bis zum
heutigen Tage erhalten geblieben, obwohl die Brücke über dem „Regato de Iguste“ im XVIII.
Jahrhundert renoviert wurde. Die Wegschilder weisen uns auf die Landstraβe zurück, wir
können aber unsere Blicke auf den steinernen Pfad senken und der tausenden von Pilgern
gedenken, die vor Jahrhunderten hier ihren Weg nach Santiago im Kult an den Apostel
begannen.
Eine Überführung wird uns das Überqueren der Autobahn erleichtern, wir können dann
ebenfalls den „Regato de Dorrondoa“ anhand einer mittelalterlichen Brücke eines einzigen
Bogens meistern. Nach einigen Kilometern stoβen wir auf eine örtliche Landstraße, über
diese gelangen wir an den Viadukt des Kanals von Alloz, eine vollendete Ingenieurarbeit
des XX. Jahrhunderts. Wir sind dem bekannten “salzigen” Fluss (rio salado) schon sehr
nahe; und werden bald überprüfen können, ob die Legende, in deren Mittelpunkt er steht,
wahr ist.
Das fünfte Buch des “Códice Calixtino” beinhaltet eine schaudernde Geschichte: Jeder, der
von seinem Wasser trank, starb an Vergiftung. Der Legende nach, überzeugten die
Einheimischen die Wanderer von dem “tötlichen” Wasser des Flusses zu trinken, um sie im
Nachhinein auszuplündern.
Wenn Sie diese Probe lebend bestanden haben, fehlt nur noch ein Kilometer um unseren
nächsten Halt zu erreichen: Lorca. Wir müssen erneut die Landstraβe umgehen, indem wir
eine unterirdische Passage nehmen, und gelangen über einen angenehmen Pfad nach links, in
die kleine Ortschaft. Diese ist seit dem XIII. Jahrhundert mit dem Jakobsweg eng
verbunden. Die San Salvador- Kirche, mit ihrer imposanten Apsis und eine Figur des Pilger-
Jakobus heiβen uns an ihrem Eingang willkommen. Wir durchqueren dann die “Calle Mayor” in
Richtung Villatuerta. Bevor wir ankommen, sehen wir das eindrucksvolle Kreuz “Cruz de
Maurien”, das von der Höhe aus die Stadt überragt. Aufgrund der naheliegenden Landstraβe,
haben sich im Umkreis verschiedene Wohngebiete gebildet; wir müssen diese also
durchqueren, um in den historischen Teil der Ortschaft zu gelangen. Erneut kommen wir
anhand einer Brücke in den Stadtkern, über den Fluss Iranzu, in diesem Fall. Parallel zum
Rathaus und entlang der “Calle Nueva” gehen wir dem “Platz des Pilgers” zu und in Richtung
der ”Iglesia gótica de la Anunciación” (gotische Kirche). Auf dem nächstliegenden Platz
können wir den Schutzheiligen des Weges Navarras, “San Veremundo” huldigen. Wir setzen
unsere Route über die Straβe “Camino de Estella” fort, die uns an die “Ermita de San
Miguel” (Wallfahrtskapelle) führt; hier finden wir die Reste eines mittelalterlichen
Klosters.
Wir lassen diese pre- romanische Kirche zu unserer linken Seite, und begeben uns an einen
“merendero” (Picknick- Bereich) an der NA-132, wo eine kanadische Pilgerin das Leben
verlor. Ein Stein- Denkmal und eine Jungfrauen- Figur erinnern an diesen Schicksalsschlag,
der zur Verlegung der Strecke über eine unterirdische Passage seitens der örtlichen
Behörden führte, um so die Landstraβe zu vermeiden. Ein absteigender Pfad und eine Brücke
über den Fluss Ega bringen uns in die Ortschaft namens Estella. Die Originalstrecke des
Jakobsweges verlief nicht über diese Stadt, aber im Jahre 1090 wurde die Route aufgrund
der Entscheidung des Königs geändert, um Estella (ehemalig als Lizarra bekannt) in den
Verlauf des Weges mitaufzunehmen und der Stadt auf diese Weise die dementsprechenden
Privilegien zuzusprechen.
Lokale Informationen
Polizei, medizinische Versorgung, Sehenswürdigkeiten, Restaurants…