Wenn wir uns gestern für die Übernachtung in Queveda entschieden haben, wandern wir in
dieser vierzehnten Etappe weiter nach Santillana del Mar oder Comillas. Wie in der
Reiseroute der vorherigen Etappe erklärt, wandern wir weiter geradeaus in Richtung
Camplengo, durch das „La Fontanilla“- Viertel und an der antiken „Santa Juliana“-
Stiftskirche vorbei. Von dort aus wandern wir ohne Probleme weiter in Richtung des
historischen Zentrums und kommen so an den „Ramón Pelayo“- Platz. Diejenigen, die diese
Ortschaft verlassen, treffen sich hier mit den anderen Pilgern wieder, um sich alle
zusammen entlang der „Calle de los Hornos“ von Santillana zu verabschieden. Anschließend
gehen wir in Richtung La Tejera und des Campingplatzes „Santillana del Mar“, von wo aus
wir eine herrliche Aussicht genießen können. Letzteren lassen wir schnell hinter uns, um
bergab über die „Cuesta del Bosco“ (Hang) nach Oreña zu wandern. In der Ortschaft Alfoz de
Lloredo können wir auf dem Hügel die Sankt Petrus- Pfarrkirche sehen; einen seit dem
XVIII. Jahrhundert mehrmals renovierten Tempel, in dem Überreste antiker Bestattungen
gefunden wurden. Nach einem kurzen Halt an dieser Kirche, um die Aussicht zu genießen,
gehen wir weiter bis Caborredondo; einem schönen Ort, der mehrere ländliche Gasthäuser und
Restaurants beherbergt, wo wir die typischen Gerichte dieser Gegend probieren können. Nach
etwa vier weiteren Kilometern über Asphalt, durchqueren wir das „Caborredondo“- Viertel,
immer dem nahegelegenen Verlauf der Schnellstraße CA-131 folgend. Sobald wir an einem
Landhaus vorbeigehen, müssen wir rechts abbiegen, um die Straße zu verlassen und einen
Landweg (nach rechts) zu nehmen, der uns nach Cigüenza führt. Bei unserer Ankunft können
wir die „San Martín de Tours“- Kirche barocken Stils besuchen, die im XVIII. Jahrhundert
auf Befehl des „Indiano“ und Ritters des „Calatrava“- Ordens, Juan Antonio de Table-
Bracho nach seiner Rückkehr aus Peru erbaut wurde. Ihre Schönheit ist offensichtlich,
falls wir jedoch Zweifel hatten, sollten wir lediglich wissen, dass sie in den 90er Jahren
zum Kulturgut erklärt wurde. Ihre äußere Konstruktion aus Quader, die den traditionellen
Barockstil und den Kolonialbarock (konkret aus Peru) verbindet, besticht durch ihre
vielseitigen Elemente. Wir wandern weiter nach Novales, bekannt als das „Dorf der
Zitronen“.
Diese Bezeichnung hat es sich im Laufe der Jahre angeeignet, da es sich in einem von
Bergen umgebenen Tal befindet, was die Schaffung eines Mikroklimas und die damit
einhergehende Ausbreitung von Anbaukulturen mediterranen Typs begünstigt. Ebenfalls ist
die „Cueva de Las Aguas“ (Höhle) hervorzuheben, wo Reste von Höhlenmalereien und
Felsgravuren gefunden wurden, die zum Kulturdenkmal erklärt wurden. Um in diesen
Gemeindebezirk zu gelangen, müssen wir über einen aufsteigenden Weg nach rechts ausweichen
und so der CA-356 entgegengehen. Nachdem wir Novales besucht haben, nehmen wir erneut die
Schnellstraße auf, um Cóbreles und seine Kirche zu Ehren von Sankt Petrus zu erreichen.
Dieser gotische Tempel aus dem XIX. Jahrhundert, der vom Geschäftsmann Pedro José de
Villegas Ruiz finanziert wurde, zeichnet sich durch wunderschöne Glasfenster aus, die sich
auf der Seite der zwischen den beiden Türmen eingerahmten Empore befinden. Darüber hinaus
ist die „Santa María de Viaceli“- Abtei auch eine große Attraktion dieses Ortes, der Alfoz
de Lloredo angehört. Ursprünglich war sie eine Zisterzienserabtei, heute beherbergt sie
ein Trappistenkloster unter der Advokation „Santa María Viacelis“. Direkt daneben befindet
sich die polygonale Apsis- Kirche, ebenfalls neugotischen Stils, die von den Brüdern
Quirós Pomar finanziert wurde. Von hier aus begeben wir uns auf einen Weg zwischen Eichen,
der uns in Venta del Tramalón an die CA-131 zurückführt. Es werden sich weiterhin
Abschnitte über Asphalt mit Feld- und Waldwegen abwechseln, bis wir das Dorf La Iglesia
erreichen. Nachdem wir es durchquert haben, gehen wir zur Straße zurück, um Pando und die
„San Roque“- Kirche zu erreichen, die der Gemeinde Ruiloba angehören. Neben der
Wallfahrtskapelle zeichnet sich dieses kleine Dorf mit kaum hundert Einwohnern auch durch
das aus dem XVIII. Jahrhundert datierende Sankt Josef- Kloster aus, das unter dem Schutz
des Ordens der Unbeschuhten Karmelitinnen steht. Derzeit beherbergt es eine Gruppe von
Ordensfrauen, die sich der Arbeit mit Porzellan widmen. Nachdem wir die Dörfer, aus denen
Ruiloba besteht, endgültig hinter uns gelassen haben, sind wir bereits Comillas sehr nahe.
Ort, der von vielen Pilgern als Endpunkt dieser Etappe gewählt wird; insbesondere von
denjenigen, die nach der gestrigen Tages- Route in Queveda übernachtet haben.
Die Pilger, die nach San Vicente de la Barquera weiterwandern möchten (insbesondere
diejenigen, die von Santillana del Mar ausgegangen sind), werden auf den „Paseo de
Solatorre“ (Promenade), immer in Richtung San Vicente, zugehen. Entlang eines zur CA-131
parallelen Weges werden wir über eine speziell für Radfahrer konzipierte Fahrspur am
„Sobrellano“- Palast vorbeikommen. Dieses prächtige Gebäude aus dem XIX. Jahrhundert
erinnert an die venezianische Architektur. Die Möbel wurden von Antonio Gaudí entworfen,
dem wichtigsten Vertreter des katalanischen Jugendstils. Heutzutage gehört es der
kantabrischen Regierung und wurde in ein Museum umgewandelt. Auf dieser Route wandern wir
weiter in Richtung Puente de la Rabia, über der Flussmündung, die in den „Oyambre“
Naturpark hineinreicht. Dieses reiche Ökosystem, das bereits der Gemeinde San Vicente de
la Barquera angehört, beherbergt eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Es ist ein
magischer Ort, der zwischen den „Ria de la Rabia“, der „Ria del Capitán“ (Flussmündungen)
und den Picos de Europa eingerahmt ist. In seinen windigen Stränden haben sich viele Dünen
entwickelt, die durch die vorherrschende Vegetation der Umgebung sowie durch zwischen zehn
und fünfzig Metern hohe Klippen gebildet wurden. Über einen asphaltierten, aufsteigenden
Weg und einige Abzweigungen nach links erreichen wir die „Santa María del Tejo“- Kirche.
Diese kleine Ortschaft wurde vermutlich im Schutz eines kleinen Klosters aus dem XII.
Jahrhundert geboren, auf dessen Fundamenten der heutige Tempel errichtet wurde. Heutzutage
sind nur ein romanisches Fenster und mehrere originale Konsolen erhalten geblieben. Zurück
auf der CA-363, erreichen wir den von einem Golfplatz umgebenen Bevölkerungskern von Tejo.
Der Weg führt durch den Golf- Komplex bis zum Bach „Del Capitán“ und weiter vorn zu einer
Kapelle. Bevor wir diese Etappe beenden, müssen wir noch das Dorf La Revilla durchqueren,
das San Vicente angehört. Den gelben Pfeilen folgend, kommen wir beim Verlassen des Dorfes
auf die N-634 (Nationalstraße), an der „San Andrés“- Flussmündung. Später machen wir einen
Umweg über einen Pfad, um die „Maza“- Brücke zu überqueren, die uns direkt zum Endpunkt
unserer heutigen Tages- Route führt.